Willkommen, Frank Henle

Haben Sie schon einmal eine wirklich gute Metzgerei besucht? Da wird Tradition großgeschrieben. Makellose weiße Kacheln, blitzblanke Theken und Fachpersonal in blütenweißen Schürzen, das Ihnen mit einem Lächeln versichert: „Bei uns ist alles ganz frisch.“ Ein beruhigendes Gefühl.

Doch wahre Kenner wissen: Die Qualität entscheidet sich nicht in der Auslage, sondern hinter den Kulissen. Dort, in den Kühlräumen, wo das Licht gedimmt ist, die Gerüche intensiver werden und niemand so genau hinschauen soll. Wenn Fleisch von Grund auf verdorben ist, kann man es marinieren, würzen und kunstvoll umetikettieren. Aber selbst mit viel Aufwand lässt sich der natürliche Verfall nicht dauerhaft aufhalten. Früher oder später, sagt man sich im Dorf, beginnt die Realität durch die Marinade zu dringen. Und wenn dann Gerüchte die Runde machen, dass sogar die Hygieneämter bei ihren Kontrollen bemerkenswerte Beanstandungen hatten, dann beginnt der mühsam gepflegte Schein zu bröckeln. Man kann Unrat eben nicht ewig hinter glänzenden Kacheln verstecken.

Es ist faszinierend, wie sehr diese handwerkliche Dynamik unserem familiengerichtlichen Verfahren gleicht. Auch hier wird seit Jahren eine beeindruckende Fassade gepflegt.

Da sind hochspezialisierte Anwälte, die mit beneidenswerter Routine Textbausteine aus der Schublade holen, sie kunstvoll zu angeblicher „Eilbedürftigkeit“ zusammensetzen und so dem Gericht ein Gericht servieren, das vor allem eines ist: gut vorbereitet.

Und natürlich gibt es die „Flying Monkeys“ – diesen Chor der Einseitigkeit, der die vorgegebenen Narrativen so lange nachplappert, bis sie sich wie Wahrheit anfühlen. Ein Dorfgerücht, das oft genug wiederholt wird, ersetzt ja heutzutage fast eine Beweisaufnahme. Diese Helfershelfer sorgen dafür, dass das mühsam marinierte Bild des „bösen Vaters“ stets frisch bleibt und bloß niemand nach den eigentlichen Inhaltsstoffen fragt.

Selbst institutionelle Akteure wie das Oberlandesgericht Nürnberg scheinen zuweilen die Bequemlichkeit der fertigen Marinade zu schätzen. Institutionen neigen ja dazu, das zu konsumieren, was ihnen mundgerecht serviert wird. Man blickt auf die dekorierte Theke, hört auf den Chor der Flying Monkeys und übersieht dabei wissentlich die lückenlose Dokumentation, die widersprüchlichen Zeitstempel und die unschönen Fakten, die im Kühlraum vor sich hin modern.

Mehrere geflügelte, koboldartige Wesen mit Megafonen umkreisen ein hölzernes Wegweiser-Schild mit der Aufschrift „Der böse Vater“ vor einer düsteren Dorfkulisse.

Gute Handwerksarbeit und echtes Recht brauchen keine Umetikettierung und keine Flying Monkeys, um frisch zu wirken. Wer auf Anstand pocht, muss auch der Kontrolle standhalten – ob im Kühlhaus oder vor dem eigenen Kind. Wir warten geduldig, bis das Haltbarkeitsdatum der Inszenierung abläuft. Es wird ein Fest der Fakten.

Hast Du ähnliches erlebt, bist selbst betroffen, oder hast Du Fragen? Hinterlasse gerne einen Kommentar.

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